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Düsseldorf (DE). Contemporary Crises (29.01.2016 – 28.02.2016).

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Contemporary Crises

The exhibition ‘Contemporary Crises’ displays artworks by contemporary artists, who
are dealing with and reacting to current crises in the world, by depicting them their artistic
creations. The show will take place in the rooms of the Bunkerkirche in Düsseldorf –
Heerdt and also reflects the history of that building. The project depicts a metaphoric
language way of several crises, thus the varying medial presentation and approaches of
the artists are important.
The exhibition features works by Silke Albrecht, Vera Drebusch, Amit Goffer, Paul Hempt,
Lukas Julius Keijser, Hugo Lami, Maria Rigoutsou, Sina Seifee und Arseniy Shuster.

Curated by Wilko Austermann

Opening: 29.1.2016, 7–9.30 p.m.
Duration: 29.1.–28.2.2016
Opening hours: Sat/Sun 3–5 p.m. and by appointment
Guided tours: 31.1., 7.2., 14.2., 28.2. at 3 p.m.

Initiative Friedensort Bunkerkirche
Pastor-Klinkhammer-Platz, 40549 Düsseldorf
www.friedensort-bunkerkirche.de
Haltestelle Handweiser U

Contemporary Crises

Die Ausstellung Contemporary Crises zeigt Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die
sich mit aktuellen Krisen in der Welt auseinandersetzen und mit ihrem künstlerischen
Schaffen darauf reagieren. Die Schau wird in den Räumlichkeiten der Bunkerkirche
Heerdt gezeigt und knüpft thematisch an die Geschichte dieses Ortes an.
Gezeigt werden Werke von Silke Albrecht, Vera Drebusch, Amit Goffer, Paul Hempt,
Lukas
Julius Keijser, Hugo Lami, Maria Rigoutsou, Sina Seifee und Arseniy Shuster.

Kuratiert von Wilko Austermann

Vernissage: 29.1.2016, 19–21.30 Uhr
Laufzeit: 29.1.–28.2.2016
Öffnungszeiten: Sa./So. 15–17 Uhr und nach Vereinbarung
Öffentliche Führungen: 31.1., 7.2., 14.2., 28.2. um 15 Uhr

Initiative Friedensort Bunkerkirche
Pastor-Klinkhammer-Platz, 40549 Düsseldorf
www.friedensort-bunkerkirche.de
Haltestelle Handweiser U

Pressetext Ausstellung – Contemporary Crises (29.01.2016 – 28.02.2016)

Die Ausstellung Contemporary Crises zeigt Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich mit aktuellen Krisen in der Welt auseinandersetzen und mit ihrem künstlerischen Schaffen darauf reagieren. Die Schau wird in den Räumlichkeiten der Bunkerkirche in Düsseldorf – Heerdt gezeigt, die während einer der schwersten Krisen, dem Zweiten Weltkrieg, gebaut wurde. Die Spuren dieser Zeit sind im Gebäude immer noch zuerkennen. Somit fügt sich die äußere Hülle der Architektur in das Konzept der Ausstellung ein. Das Projekt stellt ein metaphorisches Sprachrohr der verschiedenen Krisen dar. Dabei ist die unterschiedliche mediale Präsentation und Herangehensweise der Künstler von Bedeutung.
Silke Albrecht (geb.1986) bezieht sich mit ihren Arbeiten auf Grenzen in Europa. Wer definiert Grenzen und was bedeutet es, diese zu sichern? Die mit der aktuellen Flüchtlingskrise verbundene Route durch verschiedene Länder tritt beim dem Werk hervor. Silke Albrecht ist mit offenen Grenzen aufgewachsen und findet den Gedanken befremdlich diese aufzulösen.
Für die Ausstellung zeigt die Künstlerin Vera Drebusch (geb. 1986) verschiedene Werke mit Bezug zu Konflikten in der Welt. Die Arbeit Route ist 2014 entstanden und visualisiert durch einen Leuchtkasten die Vertreibungsroute ihrer Großmutter nach dem Zweiten Weltkrieg von Brennik (PL) über Ceska Lipa (CZ) bis nach Niederwiesa (DE). Vera Drebusch ist diese Strecke mit dem Fahrrad nachgefahren und zeigt als Endergebnis dieser Erfahrung die Route (ermittelt durch Google Maps) aufgemalt auf ihrem Dekolleté, präsentiert als Foto in einem Leuchtkasten. Der gezeichnete Weg steht hier im Dialog zu den sichtbaren Adern, die auf die anstrengende Reise verweisen. Diese Arbeit erinnert an die Geschichte vieler nach dem Krieg geflüchteten Deutschen und macht zugleich auf die aktuelle Flüchtlingskrise aufmerksam. Die Arbeit Exportschlager zeigt Abbilder deutscher Waffenexportschlager (Leopard 2, MP5, Typ 214) auf Akazienholztellern. Diese Trophäen thematisieren die hiesige Waffenindustrie, die von Konflikten weltweit profitiert.
Sina Seifee (geb. 1982) und Vera Drebusch haben gemeinsam in einem Archiv nach Todesopfern rechter Gewalt in Deutschland im Zeitraum von 1990 – bis 2014 recherchiert und diese Fälle in der Soundinstallation speaking german verarbeitet.
Die Skulptur The Rise and Fall of Empires von dem israelischen Künstler Amit Goffer (geb. 1979) verdeutlicht staatliche Machtbestrebungen und die Isolation von Menschen in der Architektur.
Paul Hempt (geb. 1986) hat für einen Raum im Bunker die Lichtinstallation Winding-Light geschaffen. Er verweist mit dieser Arbeit auf die Geschichte des Ortes. So können die Bewegungen des Lichtes als Angriffe auf den Bunker und seine Insassen interpretiert werden.
Der niederländische Künstler Lukas Julius Keijser (geb. 1973) verwendet vorgefundenes Fotomaterial von Opfern einer Krise aus dem Internet. Der Kriegsfotograf „Caesar“ hat die vom Assad Regime gefolterten Syrer fotografiert und im Internet veröffentlicht. Lukas Julius Keijser hat das Material abstrahiert und mit ätzender Farbe auf Tücher gedruckt.

Der portugiesische Künstler Hugo Lami (geb. 1994) setzt sich in seiner Installation L1F3 mit der Abhängigkeit des Menschen von der Technologie auseinander. Technik kann den Menschen künstlich am Leben erhalten. Ist dies ein Fortschritt oder ein Kampf gegen den natürlichen Tod?
Die in Deutschland lebende griechische Künstlerin Maria Rigoutsou greift die Finanzkrise in Griechenland auf und verarbeitet diese in der traditionellen Malerei der Ikone. Nach Ansicht der Künstlerin ist Geld heute heilig und bestimmt das Leben vieler Menschen. Geld, Ratingagenturen und andere Motive der Krise druckt die Künstlerin auf Blattgold und verweist damit zusätzlich auf die Krisenpräsenz in den Medien.
Der russische Künstler Arseniy Shuster (geb. 1985) ist 2014 mit Freunden auf den Maidan Platz in Kiew gereist, um sich ein eigenes Bild von den Krawallprotesten in der Ukraine zu machen. Einige Szenen hat er filmisch festgehalten und werden in der Arbeit Maidan präsentiert. Shuster greift in seinen Videoarbeiten häufig auf vorgefundenes Filmmaterial aus dem Fernsehen und Internet zurück und entwickelt daraus neue Arbeiten. In dem Werk Dirty Hands hat Shuster Szenen einer russischen Kriminalserie zusammengeschnitten. Dabei liegt der Fokus auf den Händen der Menschen. Sind sie Verbrecher oder Opfer? Die Bilder der Hände sprechen für sich.
In der Ausstellung werden 15 Bunkerzellen von den Künstlern Silke Albrecht, Vera Drebusch, Amit Goffer, Paul Hempt, Lukas Julius Keijser, Hugo Lami, Maria Rigoutsou, Sina Seifee und Arseniy Shuster bespielt. Es geht dabei nicht um die vollständige Darstellung aller aktuellen Krisen. Die Vielfältigkeit der Ausdrucksmittel und deren unterschiedliche Ausdruckskraft werden an die spezifische Architektur angepasst und veranschaulichen das Thema der Krise räumlich und plastisch.
Wilko Austermann

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